„…und die Winde kommen und gehen….“, L. Bührmann, 2017

„…und die Winde kommen und gehen….“, L. Bührmann, 2017

Ausstellungseröffnung

 

„…und die Winde kommen und gehen….“

Akkela Dienstbier –Christine Henke

07.01.2017 – 11.2.2017 in der Villa Ichon

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

zur Ausstellungseröffnung „…und die Winde kommen und gehen…“

-Frauen aus aller Welt in unserem Land-

mit Fotoarbeiten und Fotografien von Akkela Dienstbier und Christine Henke begrüße ich Sie sehr herzlich.

Ich freue mich, dass beide Künstlerinnen heute anwesend sind.

Im Anschluss wird Sie die Kunstwissenschaftlerin Bärbel Schönbohm, die ich auch herzlich begrüße, in die hier gezeigten Arbeiten einführen.

Angesichts der hier gezeigten Fotoarbeiten von Akkela Dienstbier den Titel von Marcel Prousts literarischem Hauptwerk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ nicht zum Vergleich heranzuziehen, ist fast unmöglich.

Die vielen uns bekannt vorkommenden Landschaften, Gebäude und Menschendarstellungen die  Akkela Dienstbier in dieser mir als eine Hommage an Proust erscheinende Bildfolge gestaltet, entwickeln in ihrer ausgeprägten floralen Eigenart eine Präsenz, die dem literarischen Vorbild meines Erachtens weitgehend standhalten dürfte.

Die vielfältigen Grauwerte der wiederbelebten Fotografien aus dem 20. Jahrhundert werden mit pflanzlichen Elementen konfrontiert und so mit schönsten Emotionen gefüllt.  Der Roman, den diese Fotostrecke erzählt, er muss nur noch niedergeschrieben werden.

Liebe Akkela, vielleicht hast Du den Text wiedererkannt, er stammt in gekürzter Form aus meiner Begrüßungsrede zu Deiner Ausstellungseröffnung „Zeitschauckel“ am 14.01.2010 im Kaminzimmer der Villa Ichon und ist heute so aktuell wie damals.

 

Und nun zur Portraitfotografie!

Natürlich sind Portraitfotos Kunstprodukte! Aber in einer von fotografischen Relikten übersäten Welt haben sie offenbar auch als Fundobjekt ihren Reiz, als zufällige Ausschnitte vom Menschenbild.

Sie profitieren also gleichzeitig vom Prestige der Kunst und von der Magie der Wirklichkeit. Sie sind wolkige Gebilde der Phantasie und winzige Informationssplitter.

Die traditionelle Aufgabe der Portraitmalerei, ihren Gegenstand zu verschönern oder zu idealisieren, hat für die Alltagsfotografie und die kommerzielle Portraitfotografie nichts von ihrer Verbindlichkeit verloren.

Im Bereich jener Portraitfotografie, die von Christine Henke praktiziert wird, und die der Kunst zugerechnet wird, spielt sie eine untergeordnete Rolle.

Nicht selten werden Fotografien als Mittel zur Erlangung von

Verständnis und Toleranz beschworen.

Im humanistischen Jargon heißt es, die vornehmste Aufgabe der Portraitfotografie bestehe darin, dem Menschen den Menschen zu erklären.

Aber Fotografien erklären nicht: sie bestätigen!

Wenn eine Portraitfotografie eine Botschaft ist, dann ist diese Botschaft gleichermaßen transparent und zutiefst geheimnisvoll, was man an den Arbeiten von Christine Henke nachvollziehen kann.

Die berühmte Fotografin Diane Arbus sagt dazu:

Eine Fotografie ist ein Geheimnis über ein Geheimnis.

Je mehr sie einem sagt, desto weniger weiß man.

 

Vielen Dank!

Lothar Bührmann

Januar 2017

 

 



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