Künstlerische Naturwunder, Susanne Hinrichs, 2011

Die Natur ist eine der größten Inspirationsquellen künstlerischen Schöpfens. Ob der romantisch verklärte Blick, die wissenschaftliche Betrachtung oder ein skeptisches Verhalten naturhaften Phänomenen gegenüber, all das erfährt seinen Widerhall in der Bildenden Kunst. Der Mikro- und der Markokosmos Natur versetzt seinen Betrachter stets in Staunen und so ist es nur sinnfällig sich als Künstler dieser Welt zu bedienen. Auch Akkela Dienstbier macht davor nicht halt und befindet sich damit in bester Gesellschaft. Ihr Blick jedoch ist ein ganz eigener. Er variiert zwischen wissenschaftlichem Forschungsdrang, dem Spurensuchen und einer Bewunderung der von der Natur hervorgebrachten Vielfältigkeit.

Es sind die ganz kleinen, unbemerkten Dinge, denen Akkela Dienstbier zu großer Sichtbarkeit verhilft. Unter dem Überbegriff Ordnungen versammelt, arrangiert und sortiert sie vielgestaltigste Naturmaterialien und gestattet diesem mikroskopischen Material gewissenhafte Aufmerksamkeit. Ob auf Filz genähte Weidenblätter, auf Papier geklebte Schoten und Samen oder in Kissen gefüllte Körner und Gräser: mittels ihrer Arbeiten erzeugt die Künstlerin ein Staunen des Betrachters, der die wundersamen Winzlinge der Natur so noch nie gesehen hat. Die bewundernswerte Vielfältigkeit und Perfektion der von der Natur hervorgebrachten Details bemerkt man erst in Dienstbiers Anordnungen.

Wie kleine Schätze werden die Materialien in Objektkästen sortiert oder in Glasfaser/Harz – Kunststoff(GFK) gegossen. Mit großer Konzentration behandelt die Künstlerin diese kleinen Mirakel und verleiht ihnen eine große Wertschätzung. Dabei wiederholen sich ihre Ordnungsprinzipien: horizontal oder vertikal, linear oder quadratisch positioniert, erhält jedes Detail seinen Platz. Die in der Natur für den Betrachter oft unsichtbare Ordnung, der wiederkehrende Rhythmus von Sein und Vergehen gibt sich innerhalb der künstlerischen Strukturen zu erkennen. Das formale Ordnen des scheinbar Chaotischen wird zu einem reizvollen Spiel mit neuen Blickwinkeln auf vermeintlich Bekanntes.

Akkela Dienstbier gewährt sich mit diesem künstlerischen Ansatz ein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Ihre Verbundenheit zur Natur ist nicht Mittel zum Zweck, sondern schlägt sich in ihrer sensiblen Arbeitsweise nieder. Dem Unscheinbaren wird hier eine Kraft und Aura verliehen, die den Betrachter über die Wunder der Welt erstaunen lässt.

 

 

Susanne Hinrichs



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